Konfirmation 2022 in der Ev. Kirchengemeinde Wolbeck

In zwei festlichen Open-Air-Gottesdiensten vor der Ev. Christuskirche wurden am vergangenen Sonntag, den 12. Juni, bei strahlendem Sonnenschein insgesamt zehn Jugendliche aus der Ev. Kirchengemeinde Wolbeck konfirmiert.

Mit ihrer Konfirmation ging für die jungen Leute ein spannendes Jahr zu Ende, in dem sie rund um das Thema „Glauben“ viel erfahren und erlebt haben. „Nach Gott zu suchen und sich von ihm finden zu lassen, kann ein großes Glück im Leben bedeuten“, sagte Pfarrer Dr. Christian Plate in seiner Predigt über das Gleichnis vom Schatz im Acker (Mt 13,44–46).

Wenn die Konfi-Zeit den Konfirmierten bei ihrer Suche nach Gott einen kleinen Informationsvorsprung gegeben hat, dann war diese Zeit aus Sicht Plates eine gelungene Zeit.

Dass das Glaubensleben mit der Konfirmation nicht abgeschlossen ist, sondern eigentlich erst so richtig startet, machte Alexander Michelis im Grußwort des Presbyteriums der Kirchengemeinde deutlich. Zusammen mit Presbyterin Monika Wittig gratulierte er den frisch Konfirmierten und wünschte ihnen Gottes Segen für ihren weiteren Lebensweg.

Die Musik gestaltet in gewohnt hochwertiger Weise Organistin Ilona Reifschneider. Mit einem Klaviersolo nach der Predigt verzauberte Konfirmandin Finja Grau die Gottesdienstbesucher.

Konfirmiert wurden:
Lucas Berkholz, Anna Sophia de Vries, Leon Dirkes, Finja Grau, Ernst Hunnius, Arthur Pererva, Klara Peter, Raphael Tristan Rußwurm, Melanie Schneider, Justus Johannes to Roxel

Fotos: André Clewemann

 

Liebe Leserinnen und Leser,
„Vaya con Dios“, „Geh mit Gott“, diesen segenhaften Gruß zur Verabschiedung hört man dann und wann in Spanien. Aber was bedeutet er eigentlich?

Klar, es ist der Wunsch, dass mich Gott auf meinen Wegen begleiten soll. Aber braucht er dazu eine Einladung, eine Erinnerung? Oder ist dieser Satz so gemeint, dass ich auf den Wegen Gottes gehen soll? Dass ich den Pfad nicht verlassen soll, den er mir durch sein Wort gezeigt hat? Dass ich seiner Stimme folgen soll und nicht den vielen anderen Stimmen, die mir scheinbar lohnende Ziele zurufen. Und wie ist das mit den Umwegen des Lebens, mit den Abwegen und Auswegen, mit den Schnellstraßen und den holprigen Pfaden? Wie verhält sich die Überholspur zum Standstreifen, und der Sommerweg zum Winterweg? Wann wird ein Weg zur Sackgasse und wann zum Wendehammer? Und vor allem: Wo und wie geht Gott mit oder ich mit ihm?
 
Wenn Jesus im Johannesweg sagt „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater denn durch mich“ (Joh 14,) dann zeigt er mir nicht nur einen Weg, er bietet sich mir selbst an! Wenn er der Weg ist, dann ist er Begleiter und Wegweiser in einem, Verkehrslotse und Pannenhilfe, Straßenbelag und Leitplanke. Jesus will mein Weg sein: ganz persönlich.  

Wie ist es mit Ihren Wegen? Auf welchem Weg befinden Sie sich gerade? Wohin sind Sie unterwegs? Der Gemeindebrief 179 lässt sich vom Motiv des Weges inspirieren und möchte alle, die in ihm lesen und stöbern, mit auf den Weg nehmen. Sind wir gespannt, wo unsere Wege uns hinführen werden, wen wir treffen werden, und ob sich unsere Wege kreuzen werden, vielleicht in dem ein- oder anderen Gottesdienst oder der ein- oder anderen Veranstaltung, auf die Sie dieser Gemeindebrief aufmerksam machen möchte.

Ganz gleich, wohin Sie unterwegs sind, möchte ich Ihnen zusprechen: „Vaya con Dios!“, „Geh mit Gott!“

  • Auch im Kirchenkreis gehen wir neue Wege: Gemeinsam mit der EV. Friedens-Kirchengemeinde und der Ev. Kirchengemeinde Hiltrup führen wir Gespräche über die Einrichtung eines Kooperationsraums. In ihm soll die pastorale Versorgung gemeinsam gestaltet werden, so dass sie auch bei zurückgehenden Kirchensteuereinnahmen, steigenden Personalkosten und veränderten Korridorwerten der Landeskirche für das Verhältnis von Gemeindegliedern pro Pfarrstelle verlässlich sichergestellt werden kann. In den kommenden Monaten wird genauer auszuarbeiten sein, welche Struktur sich dieser Raum gibt.
  • Einen herzlichen Dank sprechen wir allen Spenderinnen und Spendern aus! Es ist durch ihre großzügige Unterstützung gelungen, die Jugendreferentenstelle von Sören Zeine im Jahr 2021 aus Spenden zu finanzieren! Dies ist ein wunderbares Ergebnis und bestärkt uns in der Entscheidung, die Stelle entfristet zu haben. Allerdings sind wir weiterhin auf ihre Mithilfe angewiesen!

Liebe Leserinnen und Leser,
 manchmal hat man den Eindruck, als bestünde das ganze Leben nur aus warten: warten auf den Termin beim Arzt, warten in der Schlange an der Supermarktkasse, warten auf den richtigen Partner, die perfekte Arbeitsstelle oder den passenden Moment. Man kann ungeduldig warten oder gelassen, voller Vorfreude oder mit Besorgnis. Hinter dem Warten stehen dabei meist ganz bestimmte Erwartungen, ansonsten würden wir die Warterei ja gar nicht erst auf uns nehmen. Ein Warten allein des Wartens wegen ist nur schwer denkbar.

Liegen unsere Erwartungen im Blick auf den Besuch beim Arzt oder dem Warten an der Supermarktkasse noch ganz deutlich auf der Hand, sind unsere Erwartungen im Blick auf den richtigen Partner oder die passende Arbeitsstelle schon schwieriger zu formulieren. Und richtig schwierig wird es, wenn wir nach den Erwartungen unseres Glaubens fragen. Erwarte ich eigentlich (noch) etwas von Gott? Und wenn ja, was? Welche Erwartung habe ich an diesen Advent, dieser ganz bewussten Zeit des Wartens und Erwartens? Und wartet vielleicht auch Gott? Wartet er auf mich oder erwartete er mich sogar?

Auch die Bibel kennt eine ganze Reihe von Geschichten, in denen es um das Warten geht. Eine davon erzählt Jesus seinen Jüngern im Matthäusevangelium (Mt 13,44–46). Er vergleicht darin das Himmelreich mit einem Schatz, der verborgen in einem Acker liegt. Als ein Bauer ihn findet, kann er es kaum erwarten, diesen Acker zu erwerben. Denn er erwartet, zusammen mit dem Acker auch den Schatz in seinen Besitz zu bekommen und für den Rest seines Lebens ausgesorgt zu haben.

Nichts weniger sollen wir von einem Leben mit Gott erwarten, sagt Jesus mit diesem Gleichnis, nämlich ausgesorgt zu haben! Ausgesorgt im wahrsten Sinne des Wortes: die Sorgen verloren zu haben, am Ende doch noch zu kurz zu kommen; nach langer Warterei, doch leer auszugehen; alle Erwartungen enttäuscht. Ausgesorgt zu haben für den Rest unseres Lebens, nicht weniger sollen wir auch vom Reich Gottes erwarten und seinen Erwerb genauso beharrlich und umtriebig vorantreiben wie der Bauer den Kauf des Ackers in der Geschichte.

Jesus will uns mit dieser Geschichte also zu einem aktiven Warten ermutigen, aktiv von Gott nicht weniger erwarten, als vollkommenes Heil. Möge die vor uns liegende Advents- und Weihnachtszeit eine in diesem Sinne erwartungsvolle und erwartungsfrohe Zeit sein!

Nach dem Gottesdienst am 29. August in der Christuskirche Wolbeck folgten etwa 25 Gemeindeglieder der Einladung des Presbyteriums, um sich über den Stand des Strukturprozesses im Kirchenkreis Münster zu informieren und auszutauschen. Umrahmt wurde die Gemeindeversammlung vom Lied „Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt“.

Im ersten Teil skizzierte Presbyterin Dr. Anneliese Bieber-Wallmann die aktuellen kirchlichen Rahmenbedingungen, die Veränderungen der kirchlichen Strukturen erfordern:

- Nach der sog. Freiburger Studie von Prof. Dr. Bernd Raffelshüschen ist damit zu rechnen, dass die Zahl der Kirchenmitglieder in Deutsch-land sich bis zum Jahr 2060 halbiert; dann wird es also nur noch ca. 10 Millionen Evangelische Christen in unserem Staat geben. Gleichzeitig verringert sich die Zahl der Theologiestudierenden, die bereit sind, den Dienst in der Gemeinde anzutreten.

- Die allgemeine Entwicklung bringt es mit sich, dass die Pfarrstellen-pauschale von jetzt 116.000 Euro jährlich um 2.000 Euro steigt; damit erhöhen sich die Kosten der 32 Gemeindepfarrstellen im Kirchenkreis Münster bis 2030 um ca. 1 Million Euro. Bis zu diesem Jahr sollen deswegen 10 Stellen wegfallen.

- Nach dem Beschluss der Landessynode 2021 wird bis 2025 pro Pfarrstelle eine Anzahl von 3000 Gemeindegliedern zugrunde gelegt; von 2025 bis 2030 sollen es 4000 Gemeindeglieder pro Pfarrstelle sein; ab 2035 soll ein Schlüssel von einer Pfarrstelle plus einer anderen Profession, zum Beispiel einer Gemeindepädagogin, für 5000 Gemeindeglieder gelten.

Im zweiten und dritten Teil der Gemeindeversammlung zeigte Pfarrer Dr. Christian Plate auf, welche Auswirkungen für den Kirchenkreis und die Kirchengemeinde Wolbeck zu erwarten sind:

-Im Kirchenkreis Münster wird die Raum-Idee favorisiert, da sie kirchliche Orte und Identitäten zu erhalten hilft und es ermöglicht, dass immer konkrete Ansprechpersonen vor Ort sind. Die Personalverantwortung liegt dann bei einem Gremium, dem Mitglieder aus den verschiedenen Presbyterien angehören. Ein Vorwegabzug der Pfarrstellenpauschale auf der Ebene des Raums wäre vorteilhaft für den jeweiligen Gemeindehaushalt.

In der Kirchengemeinde Wolbeck mit den Gemeindeteilen Wolbeck, Angelmodde-Dorf und Albersloh wird die Haushaltssituation bis zum Jahr 2025 kritisch: Während für 2021 noch ein ausgeglichener Haushalt mit der Zuführung von 28.000 Euro in die Rücklagen zu erwarten ist, wird vom nächsten Jahr an ein zunehmendes Defizit eintreten. Im Jahr 2025 könnte dieses Defizit 40.000 Euro betragen.

- Der Pfarrdienst wird deswegen ab 2022 um 25% reduziert, und ab 2035 dürfte es in Wolbeck nur noch 50% einer Pfarrstelle geben. Je schneller die Änderung eingeführt wird, desto größer kann jedoch die finanzielle Ersparnis ausfallen. Möglich wäre die Bildung eines kleinen Raums mit der Friedenskirchengemeinde und der Ev. Kirchengemeinde Hiltrup oder ein großer Raum mit den Gemeinden: Frieden, Hiltrup, Auferstehung, Erlöser, Epiphanias, Apostel, Andreas, Markus und Handorf. Die strukturelle Veränderung würde sich selbstverständlich auf die Gemeindearbeit auswirken; umso größere Bedeutung hat es, dass die Befristung der Viertelstelle, die Jugendreferent Sören Zeine einnimmt, vom Presbyterium aufgehoben worden ist.

Nach der Darstellung der Situation wurde sachlich und ohne grundsätzliche Kritik an der geplanten Bildung von Verantwortungsräumen im Kirchenkreis diskutiert. Da sich die Gemeinde mit Strukturproblemen schon längere Zeit befassen musste, kam in den Wortbeiträgen Verständnis für die derzeitigen Überlegungen zum Ausdruck.