Brot zu essen, ist keine Kunst, Brot zu backen schon!
Brot zu backen, ist nicht nur eine Kunst, sondern auch eine Philosophie. Wie lange soll ein Teig ruhen? Verwende ich ein Kochstück oder Brühstück? Gebrauche ich zur Lockerung Hefe oder Sauerteig, einen Ansatz oder einen Poolish oder Vorteig; bei Sauerteig eine starke Säuerung oder eine milde? Welche Mehle oder Getreidearten verwende ich?
Hat der Müller Mehl, der Bäcker Brot, leidet das Volk niemals Not!

Bekomme ich vom Müller Mehl oder Schrot, egal von welchem Getreide, kann ich durch mein Fachwissen ein schmackhaftes Brot backen. Dieses Brot kann man nicht nur essen, sondern auch genießen. Der Mensch lebt nicht vom Brot allein ...

.. jedoch ohne Brot fehlt etwas. Die Vielfalt der Sorten und Geschmacksrichtungen stehen dem Wein, Kaffee, Whisky und der Schokolade in Nichts nach.  
Dieses merkt man erst, wenn man kein Getreide mehr essen darf. Für mich ist dieses eine Herausforderung gewesen, aus Pseudogetreide wie Hirse, Teff, Buchweizen, Mais, Reis, Quinoa und Kartoffeln ein schmackhaftes Brot zu backen, dem das herkömmliche Brot im Geschmack in Nichts nachsteht.
Brot ist Leben.
Mir sichert es den Lebensunterhalt. Aber Brot enthält alle wichtigen Nährstoffe, so dass ein Überleben nur mit Brot und Flüssigkeit möglich ist.

Brot ist nicht hart, aber kein Brot zu haben ist hart!
Ist es finanziell nicht mehr möglich, Brot zu kaufen, ist es hart, da man dann Hunger leiden muss. Aber aus hartem Brot kann noch viel gemacht werden: Paniermehl, Süßspeisen, arme Ritter, blinder Fisch, Wiederverarbeitung von Altbrot im Teig als Frischhaltemittel.
 
Mein Beruf als Bäcker ist nicht nur ein Beruf, sondern auch eine Berufung aus Leidenschaft, so dass ich immer noch großes Interesse habe, neue Sorten zu entwickeln. Es ist immer wieder eine Herausforderung, herkömmlich und ohne Zusatzstoffe, die nicht deklariert werden müssen, zu backen.
So kann ich sagen: „Gib dem Brot Zeit, gib dem Brot Liebe, gib dem Brot einfach das, was es braucht, dann kommt eigentlich immer etwas Schönes dabei raus.“