Liebe Leserinnen und Leser,

in einem Brief an den Münchner Hofkapellmeister und berühmten Komponisten Ludwig Senfl schreibt Martin Luther im Jahr 1530: „Denn wir wissen, dass die Musik auch den Teufeln zuwider und unerträglich sei. Und ich sage es gleich heraus und schäme mich nicht, zu behaupten, dass nach der Theologie keine Kunst sei, die mit der Musik könne verglichen werden, weil allein dieselbe nach der Theologie solches vermag, was nur die Theologie sonst verschafft, nämlich die Ruhe und ein fröhliches Gemüte“ (WA Br 5, 635-640, Nr. 1727).

Mit Liedern wie „Ein feste Burg ist unser Gott“, „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ oder „Nun freut euch, lieben Christen g`mein“ hat Luther den Wahrheitsgehalt seiner Aussage selbst eingeholt.
Die vor uns liegende Advents- und Weihnachtszeit bietet reichlich Gelegenheit, Musik zu machen und/oder Musik zu hören: in unserer Gemeinde wie bei uns zu Haus.

Unabhängig davon, welche Töne dabei erklingen, auf welche Lebensmelodien sie treffen und welche Resonanzen sie erzeugen, es handelt sich um Kirchenmusik, wenn sie zum Lobe Gottes erklingen. Für alle, die sich selbst als unmusikalisch bezeichnen würden, hat der 150. Psalm dabei eine entlastende Botschaft: In Gottes Ohren stellt bereits das Ein- und Ausatmen jedes Geschöpfes die schönste Melodie dar.

Darum: „Alles, was Odem hat, lobe den Herrn! Halleluja!“ (Ps 150,6)
Ihr Pfarrer Dr. Christian Plate