Liebe Gemeinde,

der aktuelle Gemeindebrief trägt das Thema „Miteinander“. Als sich der Redaktionskreis auf dieses Thema verständigt hatte, war nicht einmal im Entferntesten an die Brisanz zu denken, die dieses Thema in wenigen Wochen haben wird. Unser Miteinander liegt auf Eis – vorerst jedenfalls und das aus guten Gründen: um besonders gefährdete Menschen zu schützen und um die Ausbreitung des Corona-Virus in unserer Gesellschaft zu verlangsamen, damit unser Gesundheitssystem nicht überlastet wird.

Das Presbyterium hat sich aus diesem Grund dazu entschieden, alle gemeindlichen Veranstaltungen abzusagen und die Treffen der Gruppen und Kreise auf unbestimmt Zeit auszusetzen. Im Augenblick feiern wir in eingeschränkter Form weiter Gottesdienst, auch und gerade um Menschen in dieser schwierigen Zeit die Möglichkeit zu geben, sich mit ihren Fragen, Ängsten und Sorgen an Gott zu wenden und Trost durch das Evangelium zu erfahren. Wie lange wir dies noch tun können, hängt ganz von der aktuellen Lage ab und wird sich von Tag zu Tag entscheiden.

Sicher ist schon jetzt, dass wir bis Gründonnerstag auf das Abendmahl verzichten werden, einen gewissen Abstand voneinander wahren, das Händegeben unterlassen, uns räumlich in der Kirche so verteilen, dass wir nicht direkt nebeneinandersitzen, und auf keinen Fall einen Gottesdienst besuchen, wenn wir Erkältungssymptome verspüren.

Alle Veranstaltungshinweise, die Sie in diesem Gemeindebrief finden, stehen unter Vorbehalt. Bitte informieren Sie sich über unsere Internetseite, die Aushänge an den Kirchen und den Ankündigungen in den Tageszeitungen.

Wir haben erlebt, wie sich in wenigen Wochen alles, was wir einst als selbstverständlich geglaubt haben, ändern und welche Ängste und Sorgen dies auslösen kann. Umso wichtiger ist es, auf den zu blicken, der durch alle Veränderungen und Nöte hindurch immer derselbe sein wird: Gott, unser Vater, dessen Liebe uns auch in dieser Zeit gewiss ist.

Der Apostel Paulus, der sich ebenfalls mit großen Herausforderungen konfrontiert sah und dessen Leben mehr als einmal ernsthaft bedroht war, drückt sein Vertrauen in unseren Gott so aus: „Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn“
(Röm 8,38 f.).

Gott ist bei uns und nichts, aber auch wirklich gar nichts kann uns von seiner Liebe scheiden: kein eingefrorenes Miteinander, kein Virus, keine Krankheit, kein Leid und schon gar nicht der Tod!
Möge diese österliche Gewissheit in uns allen in den kommenden Monaten durch Herausforderungen und Krankheit hindurch groß werden, und mögen wir nicht aufhören nach Wegen zu suchen, einander in angemessener Weise solidarisch zu begegnen und zu unterstützen.

Es grüßt Sie herzlich

Ihr Pfarrer  Dr. Christian Plate