Liebe Leserinnen und Leser,
„Seid mutig und stark! Habt keine Angst und lasst euch nicht von ihnen einschüchtern! Denn der HERR, euer Gott, geht mit euch“ (Dtn 31,6). Mit diesen Worten verabschiedet sich Mose vom Volk Israel, das er mit Gottes Hilfe aus der ägyptischen Knechtschaft befreit und an die Grenze zum gelobten Land gebracht hat. Nun sind sie kurz davor, ihr Ziel zu erreichen und das lang ersehnte Land zu betreten.

Mut können sie dabei gut gebrauchen, denn dieses Land ist alles andere als unbewohnt und ungefährlich. Feindlich gesinnte Völker, Naturgewalten, Seuchen und vieles mehr werden den Mut Israels immer auf eine harte Probe stellen.

Auch unser Mut wurde in den zurückliegenden Wochen und Monaten so manches Mal auf eine harte Probe gestellt. Wieviel Öffnung trauen wir uns nach dem Lock-down zu? Welche Gruppen können sich wieder wie treffen? Wie sind Kontakte möglich? Und vor allem: Wie feiern wir gemeinsam unseren Gott, wie kommunizieren wir sein Wort und wir spenden seine Sakramente?

Bei der schrittweisen Wiederaufnahme der Gemeindearbeit (Präsenzgottesdienste seit Mai, Jugendarbeit seit Juni, Seniorenarbeit seit August) hat mich vor allem ein biblisches Wort geleitet: „Gott hat uns nicht gegeben einen Geist der Verzagtheit, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit“ (2. Tim 1,7). Mit Liebe zu den Menschen, mit Besonnenheit im Blick auf ein wieder einsetzendes, dynamisches Infektionsgeschehen, aber nicht mit Verzagtheit, sondern mit Kraft möchten wir mutig Gemeinde leben und Gemeinde bauen.

Der aktuelle Gemeindebrief möchte dazu einen Beitrag leisten und trägt aus diesem Grund das Thema „Mut“ als Überschrift. Nach einer Corona bedingten Zwischenausgabe für die Monate Juli bis November stellt er eine Rückkehr zum ursprünglichen Erscheinungs-Turnus dar.  Er will zum Schmökern und zu verantwortlich gestalteten Veranstaltungen einladen, deren Teilnahme weniger Mut als vielmehr Lust und Freude voraussetzen.

Es grüßt Sie herzlich
Ihr Pfarrer  Dr. Christian Plate