Luthers Erkenntnis, dass Gott ein liebender Gott ist, der mich annimmt ohne Vorbedingungen, ohne dass ich dafür etwas leisten muss, steht für mich an ganz zentraler Stelle.

Auf ihr beruht mein Glaube, denn es ist eine Erkenntnis, die die Angst vertreibt nicht „recht“, nicht gut genug zu sein. Aus ihr resultiert die Gewissheit, dass Gott kein ferner Gott ist, sondern mir in Jesus Christus ganz nahe kommt und ich mich in guten und schweren Zeiten begleitet weiß. Sie macht mich frei, Gottes Liebe weiterzugeben; Menschen, denen ich begegne, offen gegenüber zu treten. Sie schützt mich vor (Vor)-Verurteilungen und gibt mir die Kraft, zu vergeben und Vergebung anzunehmen. Sie ermutigt mich aber genauso, Dinge kritisch zu hinterfragen, mich einzumischen, deutlich Position zu beziehen, wo Unrecht herrscht.

Nicht zu resignieren, Zustände in Gesellschaft und Kirche nicht als unveränderbar zu sehen, sondern orientiert an den Hoffnungsgeschichten des Evangeliums an Veränderung und Wandlungsmöglichkeit zu glauben, auch das resultiert für mich aus der Reformation.

Schließlich: Meine Tätigkeit als Laienpredigerin wäre ohne die Reformation nicht denkbar; es bedeutet mir sehr viel, als Christin gleichberechtigt Kirche mitzugestalten, in ihr wirken zu können; mit meiner (kleinen) Kraft dazu beizutragen, dass sie zur Heimat und spirituellen Kraftquelle für viele Menschen wird, in der Gewissheit, dass Gottes Reich uns versprochen ist und kommen wird.

Kämpfer für die gute Sache zu sein.
Martin Luther war ein Kämpfer für die gute Sache, ein Rebell um des Glaubens Willen, damit Menschen ihren Glauben ohne Angst und selbstbestimmt leben können!

Martin Luther wieder in unser Bewusstsein zu rufen, passt gerade jetzt sehr gut in unsere Zeit, in der wir viel darüber diskutieren, ob wir Menschen Zuflucht bieten oder sie ausschließen sollten. Ich mag Luther, weil er für die Unterprivilegierten und Ausgeschlossenen gekämpft hat. Er war der Anwalt der kleinen Leute und hat viel dafür riskiert, damit wir ein positives Gottesbild haben können. Der liebende Gott, an den ich glaube, bei dem sind alle willkommen, ungeachtet ihrer Hautfarbe, ihrer Herkunft und ihrer Bildung.

Viele Gemeindeglieder kennen diesen Kreis von Ehrenamtlichen vermutlich gar nicht, weil sie zu jung sind. Wir haben es uns zur Aufgabe gestellt, die „Geburtstagskinder“ in den Gemeindeteilen Wolbeck und Angelmodde-Dorf ab dem 80. Geburtstag zu besuchen und Glück- und Segenswünsche im Namen der Gemeinde zu überbringen.

Alle drei Monate treffen wir uns mit Pfarrer Dr. Plate, um die Listen mit den Geburtstagen durchzugehen und zu klären, wer wen in den folgenden Monaten besuchen wird, aber auch, um Erfahrungen auszutauschen. Für die meisten alten Menschen ist es eine große Freude, von der „Kirche“ besucht zu werden.
Sie nehmen den Besuch als Gelegenheit, Neues aus dem Gemeindeleben zu erfahren (viele können aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr daran teilnehmen) oder, was meistens der Fall ist, aus ihrem Leben zu erzählen.

Für mich persönlich bedeuten diese Besuche immer eine große Bereicherung. Am schönsten ist es, wenn man spürt, dass man schon erwartet wird.
Leider ist der Besuchsdienstkreis, der schon seit Langem existiert, im Laufe der Jahre immer kleiner geworden, wogegen der Kreis derer, die besucht werden, größer wird, da die Menschen älter werden. Unser Kreis besteht z. Zt. aus Pfarrer Dr. Plate und drei Ehrenamtlichen.

Ja, Sie merken schon: Wir suchen Helfer. Wir würden uns sehr freuen, wenn sich der Eine oder die Andere angesprochen fühlt und sagt: Das ist genau das Richtige für mich (in diesem Fall bitte bei Pfarrer Dr. Plate melden). Sie werden bestimmt wie wir erfahren, wie bereichernd und erfüllend dieser Dienst ist.

WENDEPUNKTE

Hier finden Sie das Fastenbrevier als PDF-Datei. 

In diesem Jahr hat das ökumenische Fastenbrevier der christlichen Gemeinden in Münster Südost den Titel: W e n d e p u n kt e

Ab dem dem Karnevalswochenende liegt das Fastenbrevier in unseren Kirchen aus. Die Texte des Fastenbrevier finden Sie ab Aschermittwoch hier.

Dem Begriff Wendepunkt kann man sich von verschiedenen Seiten nähern. Muss man beim Auto fahren Wenden, hat man sich meist verfahren und das „Navi“ sagt: „Wenn möglich, bitte wenden“. Dies bedeutet aber auch, dass man sich danach in die entgegengesetzte Richtung bewegt, man ist effektiv umgekehrt.
Beim Segeln, wenn man gegen den Wind kreuzt, muss man von Zeit zu Zeit eine Wende durchführen. Bei diesem Manöver dreht sich das Boot mit dem Bug durch den Wind, um dann in einem Zick Zack Kurs weiter gegen den Wind voranzukommen. In unserer politischen Vergangenheit ist der Begriff der Wende mit dem Prozess verbunden, der letztendlich die deutsche Wiedervereinigung möglich gemacht hat. Auch in der Kirchengeschichte hat es Veränderungen, Wenden, Wendepunkte gegeben. Die Reformation, die kirchliche Erneuerungsbewegung ist hier das prominente Beispiel.

Fragt man den Mathematiker, so wird dieser sicher die aus der Mathematik bekannte etwas andere Definition eines Wendepunktes nennen: Der Punkt des Funktionsgraphen, an dem dieser sein Krümmungsverhalten ändert. Wie auf dem Titelblatt skizziert, ändert die Kurve in diesem Punkt (Bildmitte) ihr Verhalten, zum Beispiel von einer „Rechts Kurve“ zu einer „Links Kurve“. lm Wendepunkt und in dessen Nähe ist der Kurvenverlauf eher unspektakulär, trotzdem hat diese Krümmungsänderung großen Einfluss auf den weiteren Verlauf, er nimmt eine andere Wendung. Was bedeuten Wendepunkte für uns Menschen, für unser Leben, für unseren Glauben? Die Texte dieses Breviers geben hierzu Denkanstöße. An den Sonntagen zitieren wir Bibeltexte zu sechs unterschiedlichen Aspekten: Wendepunkte

  • zur Freiheit
  • durch Begegnung
  • durch Verzicht
  • des Glaubens
  • durch Liebe und Zuwendung
  • zur Hoffnung

An den Wochentagen finden Sie die ganz persönlichen Beiträge der Autorinnen und Autoren aus unseren Gemeinden zu diesen Themen.
Dieses Fastenbrevier ist eine Aktion des Arbeitskreises Ökumene Münster Südost. Ihre Rückmeldungen zum Fastenbrevier und weitere Anregungen sind uns herzlich willkommen. Wir freuen uns überjeden, der Interesse hat, sich im Arbeitskreis zu engagieren. Sie finden uns im Internet auf den jeweiligen Seiten der Kirchengemeinden unter dem Stichwort Ökumene. Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern einen guten, bereichernden Weg bis zum Osterfest. Den Autorinnen und Autoren und allen, die zu diesem Fastenbrevier beigetragen haben, danken
wir ganz herzlich für Ihre Mitarbeit.
Das Vorbereitungsteam

Am Nachmittag des 8. Februar trafen sich im Gemeindezentrum an der Christuskirche evangelische und katholische Frauen, um sich auf den Weltgebetstag 2017 einzustimmen.

Nach der Begrüßung mit einem tropischen Cocktail und einem gemütlichen Kaffeetrinken mit selbstgebackenem Kuchen wurde den ca. 20 sichtlich interessierten Frauen das Weltgebetstagsland Philippinen durch eindrucksvolle Bilder und Erläuterungen nähergebracht. Dabei wurde den Zuhörerin-nen die Schönheit des Landes deutlich, aber auch seine vielen Probleme wie z.B. Gewalt, soziale Ungerechtigkeit und Umweltzerstörung.