Wissen Sie eigentlich, dass es ein neues Gesangbuch geben soll? Wann? Da sind selbst die Experten überfragt. Manche rechnen nicht vor 2030 damit, andere sehen es wesentlich früher in unseren Kirchen. Unser jetziges Gesangbuch stammt aus dem Jahr 1996, und seitdem hat sich einiges verändert: musikalisch, aber auch gesellschaftlich und kirchlich.

Aus diesem Grund wäre ein neues Gesangbuch sehr sinnvoll. Aber wieviel Altes und wieviel Neues sollte so ein Buch beinhalten? Dieser und auch anderen Fragen widmet sich eine Konfi-Studie, die die EKD bei der Uni Marburg in Auftrag gegeben hat. Im Rahmen dieser Studie werden Deutschlandweit Konfirmandinnen und Konfirmanden nach ihrem Umgang mit dem Gesangbuch sowie ihren musikalischen Wünschen und Vorlieben befragt.

An dieser Studie hat auch die Konfirmandengruppe unserer Gemeinde teilgenommen. Dr. Stephanie Bartels von der Ev.-Theol. Fakultät der Philipps-Universität Marburg hat uns dazu einen Besuch abgestattet und unsere Konfirmandinnen und Konfirmanden befragt: mittels eines Fragebogens und eines Unterrichtsgesprächs. Das Ergebnis war überraschend: Die überwiegende Mehrheit wünscht sich ein ausgewogenes Verhältnis von klassischen und modernen Stücken.

Wir sind gespannt, ob die Wünsche unserer Konfis bei der Herausgabe eines neuen Gesangbuchs berücksichtigt werden!

Haben Sie in ihrer Kindheit auch Blockflöte spielen gelernt?

Meine Sopran-Flöte lag lange unbespielt in einer Schublade. Beim Aufräumen einmal in die Hand genommen, dachte ich mir, dass es schön wäre, sie wieder zum Leben zu erwecken. Ich kramte die alten Noten heraus und legte einfach los. Nicht schön, dafür aber lustig. Alte Erinnerungen kamen wieder hervor. Ein paar Wochen später erzählte ich meiner Freundin Heidi davon. Auch sie hatte in ihrer Kindheit Flötenunterricht. Wir verabredeten uns zum gemeinsamen Spiel. Die mitgebrachten zweistimmigen Noten versprachen schnellen Erfolg, da sie sehr einfach gesetzt waren.

Ganz euphorisch überlegten wir, wie es weiter gehen könnte, denn wir hatten beide so viel Spaß daran, zusammen zu musizieren, dass wir kleine Auftritte planten. Einer der ersten Auftritte war bei der Verabschiedung des BVA in der Gemeinde. Zugegeben, wir waren so nervös, dass wir uns unheimlich oft verspielten. Wir waren aber auch selbstbewusst genug, um nicht aufzugeben. Was ich bis dahin nicht wusste, war, dass schon seit mehreren Jahren das Ehepaar Grafe in der Adventszeit bei den Adventsgeschichten auch zweistimmig Flöte spielte: Sopran und Alt.

Ein Zusammenspiel von uns vieren war schnell verabredet. Doch mit drei Sopran-Flöten und einer Alt-Flöte gab es kaum Noten. So wechselte ich zur Tenorflöte. Regelmäßige Übungsabende fanden nun schon dreistimmig statt.

Da wir echte Freude über das gemeinsame Spiel empfanden, sprachen wir auch gerne darüber. Hinzu kam ein Aufruf im Gemeindebrief für weitere Stimmlagen. Eine zweite Altflötistin und eine zweite Tenor-Spielerin kamen mit Iris und Birgit dazu. Inzwischen spielten wir regelmäßig in den Taizé-Andachten in der Gnadenkirche Albersloh. Hier unterstützt uns Cordula mit einer Violine.

Und, wer hätte es gedacht, auch sie kann natürlich Flöte spielen: Piccoloflöte, noch eine weitere Stimme! Nun fehlte eigentlich nur noch eine Bassflöte… aber die ist sehr teuer und auch nicht einfach zu spielen. Bei einem Übungsabend kam Iris mit einer Überraschung zu uns. Sie hatte sich nun eine eigene Bassflöte zugelegt. In ihrer Kindheit hatte sie schon Bass spielen gelernt. Das war für uns alle eine große Freude. Wie Weihnachten. Nun können wir fünfstimmig spielen. Juchhu!

Unsere Auftritte sind mehr geworden. Wir haben neben den Taizé-Andachten in Gottesdiensten, im Altenheim, im Sozialzentrum Albersloh und beim Seniorenkaffee in der Gemeinde gespielt – gut, dass ich meine Schublade damals aufgeräumt habe.


Und nun zum Werbeblock: Haben Sie auch Freude daran, in der Gemeinde zu musizieren? Wir könnten noch eine Altstimme gebrauchen und eine Tenorstimme oder eine …

Unter der Überschrift „Hast du Töne?...“ erschien im März 2017 im Gemeindebrief ein Artikel mit der Einladung eine Kirchenband zu gründen. Ein erstes Treffen fand dann am 4. April 2017 statt. Es waren bereits mehrere Interessenten erschienen und ein erster Probenabend wurde verabredet.

Bei der ersten Probe im Mai stellte sich heraus, dass die Instrumentenverteilung ungewöhnlich, aber gut zusammenpassend ist: Ein Schlagzeuger – als „Motor“ und Taktgeber – ein Bassgitarrist, zwei Gitarristen, zwei Pianisten, eine Saxofonistin, eine Klarinettistin und zwei Sängerinnen. Ein Pianist musste leider bereits vor dem ersten offiziellen Auftritt aus beruflichen Gründen wieder aussteigen. Die anderen Band-Mitglieder treffen sich seit Sommer 2017 mehr oder weniger regelmäßig einmal im Monat.

Im Oktober 2017, nach nur wenigen Proben, hatte die Band ihren ersten Auftritt in einem gemeinsamen Gottesdienst zum Reformationsgedenken in der Friedenskirche Gremmendorf. Seitdem hat die Band bei mehreren Gottesdiensten – in Wolbeck, Albersloh und Gremmendorf – mitgewirkt.
Beim Gemeindefest in Wolbeck am 23. September 2018 konnte die Band beweisen, dass sie nicht nur Kirchenlieder im Repertoire hat. Das kleine Konzert nach dem Mittagessen fand großen Anklang.

Eines hat die Kirchenband noch nicht – einen Namen! Vorschläge hierzu werden gerne entgegengenommen. Außerdem sind auch noch weitere begeisterte Musiker herzlich willkommen! Die kleine, feine Band freut sich über Zuwachs!

Wo beginnen? – Angesichts des geschichtlichen, stilistischen und kulturellen Reichtums der Kirchenmusik, der sich über viele Jahrhunderte nicht nur angesammelt, sondern geradewegs aufgetürmt hat, möchte man staunend und zögernd innehalten: Jedes, zumal das erste Wort setzt einen Eckpunkt, der diesen Reichtum in seiner Vielfalt begrenzen könnte.
Da wäre zuerst festzuhalten, dass unter Kirchenmusik heute die musikalischen Beiträge aller christlichen Konfessionen und Glaubenspraktiken zu verstehen sind. Doch selbst dieser Rahmen erscheint noch zu eng: Die spirituelle Ausstrahlung, die von Musik ausgehen kann, überwindet Grenzen.

So kann das kirchenmusikalische Leben, das ein wichtiges Segment im Kulturleben einer Stadt darstellt, zur Ebene für kirchenferne Menschen werden, auf der sich in der spi-rituellen Erfahrung Kunst und Religion vereinen.

Die veränderten Ansprüche an die kirchenmusikalische Praxis lassen sich an einem zentralen Punkt plastisch verfolgen: an der Geschichte der Gesangbuchrevisionen seit den 1960er Jahren. Manches Liedgut ist über den Zeitgeschmack hinweggegangen; anderes ist aus historischen, politischen und gesellschaftlichen Gründen unakzeptabel geworden, darunter Liedtexte, welche die Vorstellung einer ecclesia militans (eine wörtlich zu nehmende kämpfende Kirche) transportieren.

Dafür ist Liedgut aus bekennenden (Widerstand der NS-Zeit) und geistlichen Bewegungen (z. B. Taizé) aufgenommen worden. Endlich hat eine internationale Ökumene Eingang in die gottesdienstliche Praxis der evangelischen Kirche gefunden. Mit dem neuen geistlichen Lied haben sich altgewohnte Praktiken inzwischen merklich verändert.

Orgel, Kirchen- und Posaunenchor teilen sich ihren Platz mit Combo, Keyboard, Jazz-, Gospel- und Pop-Chor. Die Kirchenmusiker*innen-Ausbildung heute trägt dem Rechnung.
Ohne das reformatorische Liedgut, ohne den reformatorischen Gedanken, dass Musik als Lobopfer – „Wer Dank opfert, der preiset mich“ (Ps 50, V. 23) – selbst Verkündigung ist, und ohne die darauf beruhende Musik und Dichtung von zum Teil weltkultureller Bedeutung würde der angedeuteten Qualität der Vielfalt jedoch die Grundlage entzogen, wenn das gemeinsame und übergreifende Erbe nicht mitbedacht und praktiziert werden würde; angelehnt an die Sprache der Wirtschaft: der Markenkern.

In der Tat, Kirchenmusik ist stilistisch so vielfältig, dass sie uns vielfältig bis zur Widersprüchlichkeit und darum unbequem vorkommen kann. Darin unterscheidet sich Kirchenmusik durchaus nicht von anderen Bereichen der modernen Kultur.

Vielfalt sagt sich so leicht. Gerade Musikgeschmack tendiert nicht selten dazu, einschränkend zu wirken. Umgekehrt ist Musik ein starkes Identifikations- und Bindungsmedium, von dem in der einen oder anderen Weise Gebrauch gemacht worden ist und wird. Kirchenmusik in ihrer Vielfalt zu leben und erleben, stellt also Anforderungen, sich neben dem Gewohnten, das uns lieb ist und auch lieb bleiben soll, auf Altes, Neues und – auf Anderes einzulassen. So kommt eine Vielstimmigkeit zustande, eine freie Polyphonie der musikalischen Verkündigung von stilistisch erfrischender Unordnung, die zu hören in ihrem ›Dissonanzenreichtum‹ fasziniert.

Soll hierbei Theologie ins Spiel kommen, so sei daran erinnert, dass Glaube und Verkündigung über das Hören vermittelt sind. Auch der Jude Jesus von Nazareth spricht die Worte, mit der bis heute alle Juden ihren Glauben bekennen: „Höre, Israel“ (Mk 12, V. 29; 5. Mose 6, V. 4). Martin Luther hat dafür in einer Predigt richtungsweisende Worte gefunden, denen im Medienzeitalter eine nicht nur theologische Bedeutung zukommt: „Und ist Christi Reich ein hör Reich,nicht ein sehe Reich. Denn die Augen führen uns nicht dahin, da wir Christum finden und kennen lernen, sondern die Ohren müssen das thun“ (Martin Luther: Predigt über Ps 8, V. 3; Merseburg 6. August 1545). Es geht um die Botschaft der Offenheit von Wahrnehmung, die sich in der gelebten Vielfalt der Kirchenmusik mit ihrem geistlichen Bezug immer wieder neu zeigen muss.

Am Samstag vor dem Erntedankfest haben wir uns mit Herrn Kisfeld in seiner Bäckerei in Wolbeck getroffen. Brote wollten wir backen und damit an der landesweiten Aktion „5.000 Brote“ der „Evangelischen Kirche in Deutschland“ und der Organisation „Brot für die Welt“ teilnehmen. Doch wie das Ganze funktionieren sollte, wussten wir nicht so genau.

Als wir in die Backstube kamen, erfuhren wir, dass Herr Kisfeld bereits alles vorbereitet hatte. Es war alles schon da: Sauerteig, Mehl, Salz, Wasser, Hefe, Röstbrot, seine Maschinen und sein Wissen. Ruhig erklärte er uns jeden Arbeitsschritt. Und dann fingen wir an. Erst einmal haben wir die Zutaten abgemessen – vollelektronisch. Dann haben wir alles in einer Maschine zusammengefügt und von ihr kneten und rühren lassen, bis schließlich ein Teig entstand, den wir nur noch in Form bringen mussten. Da war Handarbeit gefragt. Wir formten den Teig zu ovalen Broten. Manche verzierten wir mit einem Kreuz. Am Ende sind 50 Brote entstanden, die wir auf einem großen Backblech in den Ofen schoben. Schon nach wenigen Minuten wurde die ganze Backstube von einem unwiderstehlichen Duft erfüllt.

Im Erntedankgottesdienst bekamen die Besucher schon beim Betreten der Kirche einen Eindruck von unserer Aktion: Die Kirche roch wunderbar nach frisch gebackenem Brot. Ein von uns ganz besonders verziertes Brot haben wir dann miteinander im Gottesdienst geteilt und gegessen. Um das Teilen geht es auch bei der Aktion 5.000 Brote. Mit dem Erlös unterstützt „Brot für die Welt“ die Bildungseinrichtung „Samvada“ in Indien, die jungen Menschen eine Berufsausbildung oder sogar ein Studium ermöglicht.

Ach ja, es interessiert Sie vielleicht, wieviel bei unserer Aktion zusam-mengekommen ist: 198,95 EUR.
Vielen Dank allen, die ein Brot gekauft haben. Wir hoffen, es hat geschmeckt!
Der Konfikurs 2018/19